Durchstrahlungsprüfung / Röntgenprüfung
Die Durchstrahlungsprüfung ist ein bildgebendes Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung zur Darstellung von Materialunterschieden. Mit Hilfe eines geeigneten Strahlers (einer Röntgenröhre bei der sogenannten Röntgenprüfung, eines Beschleunigers oder eines gammastrahlenden Radionuklids) wird die Dichte eines Bauteils auf einem Röntgenfilm abgebildet. Auf dem Röntgenfilm erscheint ein Projektionsbild des Bauteils. An der unterschiedlichen Schwärzung lässt sich die abweichende Materialdicke oder -dichte erkennen. Je dicker oder dichter ein Bauteil, desto weniger Strahlung kann es durchdringen und desto heller erscheint der Röntgenfilm.
Die Durchstrahlungsprüfung (Kürzel RT gem. EN 473) ist geeignet zum Nachweis von volumenhaften Fehlern. Bei Unterschieden der Dichte zwischen Fehlstelle und Grundmaterial ist der Fehler nachweisbar. Auch feine Risse lassen sich bei geeignetem Einstrahlwinkel finden. Kontrast und Auflösung beeinflussen das Erkennen solcher Details. Der Kontrast ist abhängig von der Werkstoffdicke, Dichte, Masse- sowie Ordnungszahl des Materials, der Strahlerqualität bzw. Höhe der eingesetzten Spannung und Stromstärke, sowie dem Auflösungsvermögen und dem Typus des Films. Sie ist insbesondere ein Standardverfahren zur Prüfung sicherheitsrelevanter Bauteile wie beispielsweise Schweißnähte (EN 1435), sowie sicherheitsrelevanter Gussteile (EN 12681 und EN 444) z. B. in Kraftwerken. Um die Kontrastqualität der Röntgenaufnahme zu bestimmen, verwendet man in der Praxis Bildgüteprüfkörper (BPKs). Das sind unterschiedlich dicke Drähte, die zusammen mit dem Prüfobjekt aufgenommen werden. Der noch sichtbare Draht entspricht dabei der Bildgüte der Durchstrahlungsaufnahme.
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